Gesehen: WOLFMAN!

The Wolfman – USA 2010. Regie: Joe Johnston
Hauptdarsteller: Benicio del Toro, Anthony Hopkins.

Neuverfimung von „Der Wolfsmensch“ (Original: The Wolf Man) aus dem Jahre 1941.

Um bei der Suche nach seinem vermissten Bruder zu helfen, kehrt Lawrence Talbot in seine englische Heimat Blackmoor zurück, wo eine mysteriöse Serie blutiger Todesfälle die Menschen in Atem hält. Als er dort ankommt, kommt es zum Wiedersehen mit seinem von ihm entfremdeten Vater […] Eingeholt von seinen Kindheitserinnerungen, beginnt er langsam an die Gerüchte zu glauben, die von einem uralten Fluch erzählen, der Menschen bei Vollmond  in blutgierige Wölfe verwandelt. (Quelle: Wikipedia)

Ist dieser Film ein Remake, oder ein Reboot? Oder doch nur eine Hommage an das Original aus dem Jahre 1941? Man weiss es nicht, und auch die Macher wussten es offensichtlich nicht, denn sonst wäre wohl etwas anderes aus dem WOLFMAN geworden, als das vorliegende wirre Mischmasch aus viktorianischer Gruselatmosphäre, den gängigsten Klischees und billigen, gorigen Schockmomenten. Geradezu ärgerlich ist es, wie Handlungsfäden angedeutet oder gar aufgenommen werde, nur um ebenso schnell wieder fallengelassen zu werden. Es gibt zahlreiche inhaltliche Risse, Sprünge und Hopser, die sich nur dadurch erklären lassen, dass der Film, vor seiner endgültigen Finalversion,  durch zuviele Hände gegangen ist. Es gibt Momente, wo man denkt: ah, jetzt gehts endlich los; nur um dann enttäuscht festzustellen, dass der Moment schon wieder um ist!? Viele, viele verschenkte Möglichkeiten!

Diese Aussage trifft auch auf die Figuren und deren Darsteller zu, denn die Schauspieler wirken allesamt komplett unterfordert, und im Gedächtnis bleiben eigentlich nur die gefühlten „eintausendundmehr“ bedeutungsschwangeren Blicke, die ausgetauscht werden. Nebenfiguren, die teilweise mehr abendfüllendes Potential haben als die Hauptcharaktere – wie der Scotland Yard Inspektor und der indische Sikh-Diener – werden sträflich links liegen gelassen und im letzteren Fall, sogar auf höchst ärgerliche Weise einfach „beseitigt“.  Was soll das?

Die Effekte sind leidlich gelungen. Die Transformation Mensch/Werwolf  ganz ok. Aber letzlich wirkt das Monster dann doch eher altbacken und das Geheule an den Mond: klingt absolut lächerlich!

Immerhin hat der Film einen schönen, very-very-old-school,  Soundtrack von Danny Elfman zu bieten, wenn auch das Hauppthema doch sehr arg an die DRACULA Musik von Wojciech Kilar erinnert (Temp Track, ick hör dir trapsen!?). Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie der Score von Paul Haslinger…ne, nicht drüber nachdenken!

Ach ja, GOLLUM spielt übrigens auch mit! Ja, ihr habt richtig gelesen! Scheinbar ist das liebenswerte Kerlchen doch nicht im Schicksalsberg in Mordor umgekommen, sondern wohnt in einer indischen Berghütte und beisst neugierigen englischen Aristokraten in die Hand, wenn sie ihn besuchen wollen! Die Folgen davon werden dann bei jedem Vollmond sichtbar! Hätte man ihm doch seinen Schatz damals einfach behalten lassen, dann wäre wahrscheinlich sowas wie WOLFMAN nicht passiert.

Abschließend muss ich noch hinzufügen, dass ich den Film nichtmal so schlecht fand, wie meine Begleiter – die den Film durch die Bank schlichtweg gehasst haben! Aber das liegt eigentlich nur daran, dass ich ALLEM was mit viktorianischer Pracht bzw. Verfall und Dekadenz zu tun hat, schlichtweg nicht widerstehen kann. Inhalt hat damit nicht viel zu tun, nur der Schauwert. Und in dieser Hinsicht, war WOLFMAN nicht sooo schlecht. Die schaurig- schöne englische Landschaft wird von wahren Nebelmeeren umwölkt; das halbzerfallene Herrenhaus von einem düsteren, verwilderten Garten umgeben…das hat schon was. Aber leider reicht das eben nicht aus um einen ganzen Film zu tragen.

Fazit: WOLFMAN kann man sich im Kino getrost schenken! Highlights sind einzig die viktorianischen Dekors und die düstere Atmo. Aber wer kein ausgesprochener Fan eines solchen Settings ist, dem hat dieser Film einfach zu wenig zu bieten.

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2 Kommentare

Eingeordnet unter Film, Reviews

2 Antworten zu “Gesehen: WOLFMAN!

  1. Danke für die informative Kritik, ich bin auch ein Fan von solchen „Schauergeschichten“ in schöner Kulisse, bin aber noch nicht dazu gekommen ihn mir anzusehen. Mal sehen ob ich das noch schaffe, bevor er von anderen Neustarts aus den Kinoprogrammen verbannt wird. Manchmal geht das ja ratz-fatz.. 😉
    Lieben Gruß, CaPo

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