Gesehen: AVATAR!

Handlung

Infos, Cast, Crew etc.

Meinung:

In allen technischen und klassisch-visuellen Belangen ist AVATAR wohl durchaus als ein Meilenstein des Films zu bewerten. Aber als Gesamtwerk…nicht zu 100%!

In jede Kreatur und in jedes Farnblatt haben die Macher soviel Details und Mühe gesteckt, dass man vor dieser Weltenschöpfung nur den Hut ziehen kann. Die humanoiden, blauen Katzenaliens – zumindestens die Hauptcharaktere – sind die wohl glaubwürdigsten menschenähnlichen CGI Kreationen, die man bis dato auf einer Leinwand gesehen hat. Wenn man bei den „Massenszenen“ allerdings genauer hinschaut, dann sieht man an den Bewegungen der künstlichen Statisten, dass man es dort eben doch nur mit unbelebten Pixelfiguren zu tun hat. Insgesamt bleibt man (in dem Fall ich) doch emotional irgendwie auf Distanz. Man steht (bzw. sitzt) vor einem großen Kunstwerk und staunt über die Pracht, aber dennoch fehlt etwas „unbestimmtes“, etwas was man nicht richtig fassen kann. Eben das letzte Quentchen „zum Glück“, das man hat, wenn man zB. aus dem Kino kommt und nur denken kann: Wow…!

Die 3D Effekte sind faszinierend, hatte ich mir aber noch ausgeprägter vorgestellt! Vielleicht liegt es aber auch daran, dass sich meine Wahrnehmung sehr schnell darauf eingestellt hatte, und der „Ahhh“ Effekt deswegen nur am Anfang zu spüren war. Insgesamt wird der 3D Effekt den Film aber nicht besser machen, höchstens ein wenig interessanter.

Die Musik von James Horner ist … tja…“irgendwie“ vorhanden. Entweder beschränkt er sich auf den üblichen, sehr irdisch klingenden, Ethno – Flöten und Drums – Versatz (so wie es für eine Indianer-Alien-Kultur ja auch gehört), oder die größer orchestrierten Sequenzen sind so leise in den Gesamt-Soundtrack eingemischt, dass man sie kaum hört. Wieso hat Horner, lt. eigener Aussage, DAFÜR 1 komplettes Jahr gebraucht???

Ich will mich hier auch gar nicht mehr groß über die inhaltlichen „Probleme“ des Films auslassen. Weder über diverse Handlungslöcher (Directors Cut?) und fallengelassene Handlungsstränge, noch, dass der Plot extrem simpel gestrickt ist. Darüber kann ich hinwegsehen, wer erwartet ernsthaft schon was anderes bei einem Event-Blockbuster? Das im Prinzip mal wieder der „The choosen one – Messias – Erlöser“ Faktor bemüht wird, sollte sich inzwischen genauso rumgesprochen haben, wie das Recycling des  „Erdmutter Gaia“ nebst „Weltenbaum“ Mythos. Aber hey, was solls… auch damit habe ich kein Problem! Sagen, Märchen, Mythen etc. entspringen nun mal dem menschlichen Kollektivbewusstsein (sofern man an ein solches glauben möchte), und das Wiedererzählen der alten Mythen in vielerlei Variationen ist einfach Kulturgeschichte.

Ich glaube, mein größtes Problem an dem Film ist, dass einem einfach alles soooo bekannt vorkommt! Ich hatte gar nicht erwartet, dass Cameron hier mit DER komplexesten Geschichte ever aufwartet, sondern schlicht und einfach mit etwas „Neuem“, etwas das man noch nicht xmal gesehen hat! Aber Pandora ist im Prinzip nur eine aufgehübschte Version des irdischen Regenwaldes – in bunter! Alle Lebewesen sind so gar nicht „fremdartig“, sondern nur die XY-Variation von altbekannten Mustern. Nur weil ein Pandorapferd 6 Beine hat, wirkt es dennoch nicht viel alienartiger als ein Erdenpferd.  Hier hätte man doch viel mutiger sein können!!! Wurde das Publikum wieder mal unterschätzt? Die Filmemacher müssen doch langsam einsehen, dass inzwischen viele Computerspiele sehr viel innovativer sind als Filme, und dass die Zuschauer dementsprechend auch mehr gewohnt sind. In den 80ern, und sicherlich auch noch in den 90ern, hätte ein Film wie AVATAR nichts weniger als eine Revolution der Sehgewohnheiten bedeutet! Aber heute, beschränkt sich das Revolutionäre wohl doch nur auf die Technik im Hintergund. Nachdem die Werkzeuge nun also die Feuertaufe bestanden haben, obliegt es anscheinend erst den kommenden Filmemachern, mit den technischen Neuerungen, auch inhaltliches und visuelles Neuland zu betreten.

Fazit:

AVATAR ist nicht der „heilige Gral“!
Die Revolution findet nur hinter den Kulissen statt! Wer es aber schafft, dem Hype zu entgehen, und einfach nur 2,5 Stunden, mit regulärer Sci-Fi-Fantasy Mischkost, nett unterhalten werden möchte (nebst Filmzitate entdecken), der wird wohl auf seine Kosten kommen. Vor allem wenn man noch nie einen 3D Film gesehen hat!

Nebenbei: Meine Lieblings Cameron-Filme sind und bleiben ALIENS, T2 und vor allem THE ABYSS! Die sind alle 2D und überwiegend nur monochromatisch „blau“! 😉

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