Stargazing – Mondlandung…

…ja, ich weiß, Ihr könnt es nicht mehr hören und dennoch…!

Während hier die Leute (im Hochsommermonat JULI!) mit aufgespannten Regenschirmen und missmutigen Gesichtern unter meinem Fenster entlangmarschieren, präsentieren mir alle meine Lieblingsseiten im WWW jeweils mehr oder umfangreiches zum Thema Mondlandung.
Also werde ich auch ein paar Sachen beisteuern, aber eben von meiner persönlichen Warte aus.
Hingegen allen Gerüchten gab es mich 1969 noch nicht! Aber schon einige Jahre später bin ich als Kind mit dem Weltraumvirus infiziert worden. Das war neben Geschichte (siehe dieser Beitrag) mein großes Thema. Ich denke, das kommt vor allem deswegen, weil mir mein Dad immer die abenteuerlichsten Geschichten „vorgeschwindelt“ hat. Er warf seine Kenntnisse aus Film und Geschichte zusammen und entwarf ganz neue Welten, die er mir dann zum Besten gab. So wurde aus dem großen freien Ackerfeld neben unserem Mietshaus (übrigens inzwischen komplett überbaut), auf einmal der historische Schauplatz von Burgbelagerungen und die breiten Entwässerungsgräben entlang der Straße waren nicht mehr und nicht weniger als die Überbleibsel der alten Burggräben. Aber ich schweife (mal wieder) ab…
Also, mein Dad erzählte mir als Kind, mehrmals von der Nacht, als er 1969 live vor einem Schwarz-weiß Fernseher sitzend, die Übertragung der Mondlandung mitverfolgte und was für ein eindrückliches Erlebnis das für ihn und alle Anwesenden  war. Nun war der Mond für mich aber schlichtweg zu nah! Jawoll ja, ich wollte gleich gaaaanz weit raus und erträumte mir den Ritt durchs ganze Universum, dorthin wo noch nie ein Mensch… (ihr kennt den Rest!).
Im Laufe der Jahre gab es zwei sehr eindrückliche Momente, die mir sehr in Erinnerung geblieben sind. Die erste Begebenheit war diese:
Ich durfte einmal in den Schulferien mit Bekannten an die Ostsee fahren, die hatten auf Fehmarn einen Wohnwagen stehen, auf einem Campingplatz direkt am Meer.
Man muss dazu sagen, dass wir nie die finanziellen Mittel hatten, uns einen „großen“ Urlaub leisten zu können. So war ich also nicht gerade verwöhnt was das anging.
So waren meine Eltern wohl froh, dass der Junior wenigstens auf diesem Wege irgendwo anders hinkam. Wie dem auch sei, wir kamen durch irgendwelche Umstände, die mir entfallen sind, mitten in der Nacht dort an. Es war sehr dunkel auf diesem Campingplatz und, bis auf das Meeresrauschen, ganz still. Auf der Suche nach dem Wohnwagen irrten wir also auf dem dunklen Campingplatz umher. Ganz zufällig schaute ich irgendwann zum Himmel rauf und…ich war wie erstarrt! Ehrlich, ich kann es nicht genügend beschreiben: es war einfach gewaltig, ehrfuchtgebietend und unglaublich schön.
Ich sah den riesigsten und gewaltigsten Sternenhimmel, inklusive Milchstraßenband, den ich vor- oder nachher je wieder gesehen habe!

Der zweite „Stargazer“ Moment bzw. Momente waren:
Mein Geburtsort ist eine Kleinstadt. Und wir haben nicht direkt in der Innenstadt gewohnt, sondern etwas außerhalb. Als Jugendlicher, habe ich eine Zeitlang mein Taschengeld aufgebessert, indem ich Zeitschriften ausgetragen habe (Zielgruppe: ältere Damen), wie die berühmte „Frau im Sessel“ und solches Kaliber. Nun war mein Zustellbezirk sehr auseinandergezogen, da eher ländlich. Und so bin ich also 1-2 wöchentlich spätabends mit meinem Fahrrad über die Feldstrassen gefahren. Und ihr könnt Euch vorstellen, dass da teilweise nicht viel Licht war. Und um so dunkler es in der Umgebung war, desto klarer strahlte der Sternenhimmel über mir. Ich bin des öfteren mitten auf freier Strecke stehen geblieben, nur um minutenlang in den Himmel zu starren. Und auch wenn dieser Sternenhimmel mit dem Fehmarn-Himmel in keinster Weise konkurrieren konnte, so waren das doch irgendwie „magische“ Momente. Als junger Mensch, mitten in der Pubertäts-Sinnkrise (Wer bin ich und wohin gehe ich?), habe ich mich gefragt, was es da draußen wohl alles zu entdecken gibt.
Ich hatte auch immer meinen Walkman dabei und natürlich hatte ich mir vorher, in mühsamer Arbeit, Mix-Kassetten aus meinen Lieblings-Soundtrack Schallplatten (!) gebastelt. Die liefen dann rauf und runter, während ich des Nächtens unterwegs war. So hatte ich also immer den passenden Soundtrack im Ohr, wenn ich so in die Sterne geschaut habe. Und dieser Soundtrack…


.. lief dann auch. Den Film dazu habe ich erst viel später gesehen und der ist recht doof. Aber die Musik (ratet mal von wem!) verursacht mir immer noch Gänsehaut; verbinde ich sie doch immer mit diesen magischen „stargazing“ Momenten. Interessant, dass der Film auch genauso anfängt (bei Minute 3 könnt ihr abschalten):


Die Musik läuft natürlich auch gerade jetzt, wo ich das hier schreibe und ich muss ehrlich zugeben, dass ich wohl etwas ins Auge bekommen haben muss einen Kloß im Hals habe!

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Ein Kommentar

Eingeordnet unter Filmmusik, John Williams, Persönliches

Eine Antwort zu “Stargazing – Mondlandung…

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