Eigenlob stinkt, sagt man. Aber trotzdem muss ich doch mal loswerden, dass ich mich über die ausnahmslos (zumindestens von denen ich weiss) positiven Kritiken zu dem neue Hörspiel “MindNapping 7 – Das Geschwür” wie ein Schnitzel freue!
Insbesondere natürlich wenn die von mir beigesteuerteb Atmos, Soundeffekte und die “John-Carpenter-mässige Musik“ so ausdrücklich gelobt werden!
Mein Dank geht an Autor Raimon Weber für die tolle Story und an Labelchef Patrick Holtheuer (aka Audionarchie) für die Gelegenheit zur Vertonung!
Klappentext:
Der Winter kam früh. Sogar für North Dakota.
Der Schnee nahte unaufhaltsam aus nordöstlicher
Richtung. Ich konnte ihn bereits spüren. Himmel und Horizont ver-
schmolzen zu einem diffusen Grau. Die sichtbare Welt schrumpfte auf wenige
Quadratkilometer. Ich stand auf meiner Veranda und dachte darüber nach, dass meinem
Heimatort Easthope mal wieder eine harte Zeit bevorstand.
Ich sollte mich irren: Es würde unerträglich werden. Mit dem Schnee zog das namenlose
Grauen in die Stadt ein. Und niemand war da, um uns zu retten.
Auf CD erhältlich z.B. bei Amazon oder im Buchhandel. Als Download bei iTunes, Amazon, Musicload etc. Sowie als Stream bei Napster, Simfy etc.
John Williams, der unbestreitbar beste Filmmusikkomponist unserer Zeit – und einer meiner persönlichen Helden – feiert heute seinen 80. Geburtstag!
Happy Birthday Maestro!
Irgendwann im Februar 1978, habe ich ich, zusammen mit meinem Dad, in einem Kino in meiner kleinen Heimatstadt gesessen. Was dann auf die Leinwand kam, und vor allem was aus den Boxen ertönte, hat mich wohl für immer geprägt!
Danke, Mr. Williams!
Neben Star Wars – formerly known as “Krieg der Sterne” – hier mein absolutes Lieblingsstück, eine fast 10minütige Passage aus E.T. !
Dieses eine Stück enthält wohl alles was es zur Musik von John Williams zu sagen gibt! Pure Magie!
Einen Toast auf Sie und auf noch viele weitere grandiose Werke aus Ihrer Feder, Mr. Williams!
Die dritte Folge der Endzeit-Zombie-Hörspielreihe „TERRA MORTIS – Die Hörspielserie!“ (Pandoras Play) ist nun endlich fertig und wird sehr bald den Weg ins Presswerk gehen!
Darüber hinaus ist hier (Musik, Sound, Mix, Mastering) das Hörspiel “MINDNAPPING 5 – Witchboard” (Audionarchie) enstanden , sowie weitere Musiken für diverse neue Medienproduktionen.
Das war übrigens kein Werk für “Marschorchester” sondern für Symphonieorchester! Und ja, das ist ein Unterschied!
Übrigens: schaut Euch doch auch mal die Folgen der (politisch völlig unkorrekten) SciFi- Puppencomedy “SPACE – PiRats” an, die ich mit Sound- und Musikproduktion zu versorgen die Ehre (und das Vergnügen) habe! -> Klick
Auf www.ohrkanus.de können jetzt, noch bis zum 16.01., die Votings für den Ohrkanus-Hörspielpreis 2010 abgegeben werden. Ich freue mich natürlich besonders, dass Terra Mortis dabei ist! Vielen Dank an alle, die uns nominiert haben!!!
Kategorien:
Bestes Hörspiel-Erwachsene, Beste Regie (Dane Rahlmeyer), Bestes Soundkonzept (das wäre dann wohl meine *g*), Beste Sprecherin (Katja König)!
Die Sonne scheint gerade und aus meinem Arbeitszimmer heraus habe ich einen netten Ausblick auf einen Horizont, der sich langsam ins blassrosa verfärbt, je tiefer die Sonne sinkt. Die Bäume sind zwar kahl aber mit einer schönen weissen Puderzuckerrschicht überzogen. Wenn man also nicht raus muss und einfach nur aus dem Fenster schauen kann (und auf Inspiration hofft), dann ist das schon ein pittoreskes Bild.
Aber spätestens morgen, nachdem ich mehrfach zu Fuß durch den nichtgeräumten Schnee gestakst sein werde (oder bei dem Versuch umkomme) , eventuell zusätzlich noch den angekündigten Eisregen ertragen musste, werde ich den ganzen Winter wieder einige dutzend Male verflucht haben.
Wieso glaube ich eigentlich, dass wir zu Weihnachten dann zweistellige Plusgrade und Dauerregen haben werden… Erfahrung?
[Update]: Ok, das mit den Plusgraden zu Weihnachten… da habe ich mich wohl geirrt!
Wo immer Ihr gerade seid: Kommt gut durch die Schneemassen und habt ein schönes, frohes Fest!
Ich bin sehr froh und glücklich, dass damit ein weiteres Herzensprojekt an den Start geht. Ich mache ja nur die Soundproduktion (Sprachaufnahmen, Sounds, Musik etc.), aber es ist toll, wenn man mit so vielen begabten und kreativen Leuten etwas gemeinsames auf die Bühne stellen kann! Unten findet Ihr die komplette Liste mit all den Talenten, die dahinter (oder darunter) stecken!
Arkadius(gesprochen und gespielt) – Norman Schneider
Norwin (gesprochen) – Thomas Rogel
Pinguin (gesprochen) – Erik Robert
Pinguin (gespielt) – Norman Schneider
Mahlers 9. Symphonie wird am kommenden Sonntag (19.09.), um 19:15 Uhr, auf meinem Lieblingssender ARTE gegeben. Das tolle daran ist, dass es sich wieder um einen LIVE Mittschnitt vom Lucerne Musikfestival handelt, und dass somit die Symphonie vom Lucerne Festivalorchester unter der Leitung von Claudio Abbado gespielt werden wird!
“Auch 2010 setzt ARTE seinen erfolgreichen Mahler-Zyklus in Zusammenarbeit mit dem Lucerne Festival fort. Auf dem Programm steht Gustav Mahlers neunte Symphonie unter der musikalischen Leitung von Claudio Abbado – wie bei Beethoven oder Bruckner ist auch bei Mahler die schicksalsträchtige “Neunte” die letzte vollendete Symphonie des Komponisten: ein beeindruckendes und bewegendes Orchesterwerk, in dem Mahler die ganze Fülle seines Schaffens in Zitaten, satztechnischer Raffinesse und vielfarbigen, reichen Orchesterklängen Revue passieren lässt. ARTE zeigt dieses Konzert anlässlich des Gedenkjahres an Gustav Mahler (1860-1911): 2010 wäre sein 150. Geburtstag gewesen.”
Ein weiteres meiner Hörspielprojekte, geht jetzt in die 7. Runde (von insgesamt 8 Folgen): Das dunkle Meer der Sterne, eine Sci-Fi Hörspielserie – wiederum aus der begnadeten Feder von Dane Rahlmeyer.
UPDATE: Zurück vom John Williams Filmmusik Konzert in der Kölner Philharmonie! Es war grossartig!!! Danke LSO, Danke Frank Strobel!
Das Publikum war geradezu frenetisch, man wollte die Musiker nicht gehen lassen! Standing ovations! Es gab 3 Zugaben, die letzte davon hatte zwar thematisch nichts mit Spielberg zu tun, war aber ein Tribute an Maurice Murphy, dem kürzlich verstorbenenen 1. Trompeter, der dem Sound des LSO über 30 Jahre einen prägenden Stempel aufgesetzt hat. U.a. war er bei allen 6 STAR WARS Episoden dabei und so war natürlich das letzte Stück des Abends das STAR WARS Main Theme.
Mannomann……..der ganze Abend, das ganze Konzert…einfach nur überwältigend!
Ein paar haben es ja schon mitbekommen: Am Ende des ersten Teils von TERRA MORTIS gibt es einen fantastischen Song der Braunschweiger Band „The Princess And The Pearl“. Dieser Titel hat viele von Euch sofort begeistert und wegen der vielen Nachfragen gibt es den jetzt schon mal als “Auskopplung” zu hören:
Was Autor Dane auf seinem Blog schreibt: “Wie ihr hört, ist „Billows“ ein wunderbares, bittersüßes Musikstück, das perfekt zur Stimmung des Hörspiels passt. Fast, als hätten TP&TP den Soundtrack für TM geschrieben, noch bevor TM überhaupt existierte.” kann ich nur voll und ganz bestätigen! Obwohl ich den Song mittlerweile dutzende Male gehört habe, verursacht er immer wieder eine Gänsehaut bei mir.
Übrigens ist die erste Folge von TERRA MORTIS nun wirklich fix und fertig und auf dem Weg ins Presswerk. Den genauen Termin ab wann die CDs erhältlich sind, oder der Download bei soforthoeren.de zur Verfügung stehen wird, kommt dann noch.
Wie versprochen gibt es jetzt endlich eine erste längere Hörprobe (über 11 Minuten!!!) aus der ersten Folge von Terra Mortis: „Stadien des Verfalls”!
Ihr hört Elga Schütz als Erzählerin, René Dawn-Claude als Jan und Uwe Schönpflug als Felix, sowie Bruno Beeke als Jans Vater und Andreas Bötel als Gero (den Gejagten).
In letzter Zeit habe ich dieses Blog sträflich vernachlässigt.
Das liegt wahrscheinlich vor allem daran, dass ich im Moment einfach viel Zeug direkt bei Facebook poste. Das geht schneller und man bekommt auch immer sofort Reaktionen. Ok, ja, ich weiss: böses, böses Facebook! Private Daten, bla bla bla…! Totzdem bleibe ich erstmal dabei.
Ich möchte dieses Blog aber eigentlich auch nicht einfach so dahinsiechen und sterben lassen, denn man weiss ja letztendlich nie, wie lange die Halbwertzeit eines Social-Media Portals wie Facebook und Konsorten wirklich ist.
Irgendwo ist so eine Seite wie diese ja auch immer noch persönlicher als die standardisierten Profile bei Facebook, Studi- oder MeinVZ und wie sie alle heissen.
Also gut, dann bleibe ich erstmal weiterhin hier und schaue mal, wie ich hier in Zukunft mal wieder mehr Inhalte präsentieren kann. Stellt sich natürlich die Frage, über was es sich wirklich lohnt zu berichten?
Kinozeug? – Gibt es tausende anderer Seiten und Blogs, die aktueller sind.
Musik, Geekstuff? – Siehe oben!
Privates? – Mein Leben ist im Grunde derart ereignislos und langweilig, dass ich mir die Sachen echt aus den Fingern saugen müsste – und interessant wäre das dann immer noch nicht.
Projekte? – Ich finde, da muss man immer so aufpassen, dass das nicht sofort – oder schleichend – in einer Art Selbstbeweihräucherung oder Reklame-Plattform endet. Und sowas wäre mir irgendwie unangenehm, da ich von Natur aus “den Ball eher flachhalte”. Aber vielleicht ist das auch nicht der richtige Weg, vielleicht sollte ich im Gegenteil wirklich eher etwas offensiverer mit “meinen Sachen” sein…Hach, ist aber auch ein schwieriges Thema…!
Sorry, aber es passiert auch zur Zeit einfach für mich nicht viel Bloggenswertes ( Trotz Aschewolken und Blutregen, die mich aber nicht umittelbar betreffen) und es sind zu viele andere Baustellen in Bearbeitung.
Aber bald…, spätestens wenn die “Kadaver” anrücken!
(“Schmunzeln”, ist im übrigen irgendwie auch ein lustiges Wörtchen…kommt bestimmt aus dem Mittelalter. Gabs bestimmt schon mal bei “Genial daneben!”, oder? )
Dieser Tage gibt es einfach nicht so viel , was mir einen Blogeintrag wert wäre. Deswegen war es hier einige Zeit stiller.
Ich würde aber gerne die Zeit finden, um über die vielen kommenden Projekte zu schreiben, die sich allerdings noch zu fast 100% im anfänglichsten Anfangsstadium befinden, deswegen gibt es da noch gar nicht viel konkretes zu berichten. Darunter sind aber sehr, sehr schöne Sachen: wie zum Beispiel Filme, Hörspiele und Hörbücher , überwiegend aus der Feder meines engen Kreativ-Kompagnons Dane Rahlmeyers. In diesen Tagen arbeite ich an der Produktion und Musik einer neuen Hörspielserie (ebenfalls von und mit Dane zusammen), die es in dieser Form und Thematik noch nicht im deutschsprachigen Raum gibt! Damit wir wirklich die Ersten damit sind, darf und werde ich an dieser Stelle auch keine Einzelheiten verraten (Feind hört mit, höhö!), aber die Geeks unter Euch, die sich für ein bestimmtes Film-Subgenre begeistern können, werden sehr angetan sein, vermute ich mal! Auf jeden Fall planen wir deswegen auch, die Premiere der neuen Hörspiele, in einem angemessenen “filmischen” Ambiente entsprechend zu feiern. Nähere Infos dann hier, wenn es klappt und soweit ist!
Außerdem werde ich wohl meine ähem… “Zweitkarriere” (?) als Sprecher wieder angehen, und mir ganz wichtig, auch endlich mal wieder meine eigenen Projekte in Angriff nehmen. Darunter eine “Weltenschaffung”: Steampunk meets Alternate-history meets gewisse Tentakelmonster! Was am Ende daraus entsteht, weiss ich allerdings auch noch nicht. Vielleicht nur was Erzähltes, eventuell auch mit einer – wie auch immer gearteten – musikalischen Verbindung!? Mal sehen, ich mache mir da noch gar keinen Druck. Ich lasse es einfach “fliessen” und schaue was dabei herauskommt. Dann gibt es da noch eine ganz verrückte Idee, die mit einer “live on stage” Verbindung der Rockband meines Vaters und meiner orchestralen Musik zu tun hat. Und wo wir schon dabei sind, darf ich auch wirklich meine eigenen Kompositionen nicht mehr so dermaßen sträflich vernachlässigen, wie ich das seit dem letzten Sommer getan habe, bzw. tun musste, größtenteils einfach aus der Notwendigkeit heraus, schnöden Mammon für den Lebensunterhalt verdienen zu müssen.
An dieser Stelle würde ich übrigens gerne einen Aufruf an alle voll- oder halbreichen Menschen dieses Landes starten: werdet doch einfach mein(e) Mäzen(in), meine ganz persönliche Nadeschda von Meck! Oder sammelt Spenden für mich, gebt weltweite Benefizkonzerte oder ähnliches! Dankbar annehmen würde ich auch eine lebenslange, monatliche Pension und vielleicht ein Komponistenhäuschen in der Toskana, wo ich mich ganz ungestört, und inspiriert durch das vielgerühmte italienische Licht, den Musen hingeben kann. Auch nett fände ich einen Wohnsitz in einem venzianischen Stadtpalais. Geblendet ob der oberflächlichen Pracht und dem wohligen Entsetzen über die morbide Schönheit der verottetenden Lagunenstadt, könnte ich dann dort in den dunkelsten Abgründen einer untergehenden Epoche schwelgen…
Äh ja, zurück zum Thema: es mangelt also weder an Ideen, noch an Plänen. ABER es gibt natürlich auch einen weiteren, furchtbaren und erbarmungslosen, ja gänzlich unaufhaltsamen Antagonisten: die Zeit!
Seid schön vorsichtig heute nacht! Ich erinnere mich an einen Silvesterabend, bzw. sehr früher Neujahrsmorgen, wo es extreeeem fies glatt war und ich (nebst vielen anderen, leicht bis mittelschwer angesäuselten Menschen) versucht habe, heile von der Sparrenburg herunter zu kommen…!
Diese Autofahrer hier (ab ca. 0:10 im Bild), waren gewarnt und wollten trotzdem nicht auf das Autofahren verzichten:
Und glücklicherweise wurde niemand verletzt, wie man bei YT unter dem Kommentar des Reinstellers nachlesen kann: Thankfully, the couple involved didn’t suffer any serious injuries. More importantly, no pedestrians or children were hit by the abandoned car.
Wünsche Euch allen trotzdem “Guten Rutsch und ein glückliches neues Jahr”!
Ich bin ja SO WAS VON im X-mas Modus!!! Im Hintergund läuft schon sein einigen Tagen meine umfangreiche Sammlung an Weihnachtsmusik rauf und runter. Und das ist eine sehr bunte Mischung. Von den Ratpack Versionen, über modernere Popversionen bis hin zum Dresdner Kreuzchor “Stihiiiille Naaacht…” ist alles dabei! Dabei dürfen die wunderbaren anglosächsischen Carols ebenso wenig fehlen, wie die unsterblichen Instrumentals (Sleigh Ride etc.)! Und natürlich ist auch Filmmusik dabei, und hier vor allem die beiden HOME ALONE (Kevin allein zu Haus) Scores von John Williams (leider keine Hör-Links, da YT sich wieder mal sträubt!).
Es gibt ja viele, die die Weihnachtszeit hassen. Ich gehöre definitiv nicht dazu! Vor allem die Wochen vor den eigentlichen Feiertagen, da genieße ich diese hell-dunkel eingefärbte, halb-sentimentale Stimmung! Die Lichter, die Sounds…(abgesehen vom Dauerregen). Und ich bin tatsächlich auch immer noch bis Mitte Januar im Weihnachtsmodus, so lange hält diese Stimmung bei mir vor. Einige Leute belächeln mich wegen meiner Weihnachtsaffinität, aber das ist mir sowas von schnuppe. Ich würde mir keine Nikolausmütze aufziehen und damit rumlaufen, aber grundsätzlich bin ich Weihnachtsfan, jawohl!
Von den Christmas-Filmen gehört die MUPPETS WEIHNACHTGESCHICHTE auf jeden Fall zu meinen Lieblingen! Und dazu passend:
…, es passiert hier gerade nicht viel! Aber damit es nicht ganz so tot ist, berichte ich einfach mal, was die letzten Wochen sonst so passiert ist (gähn!).
Ich war mit J&T in der Kunsthalle und wir haben uns die neue “Deutsche Impressionisten” Ausstellungangeschaut.
Schön wars! Interessant zu sehen, dass es kein Klischee ist, wenn sich die deutsche “Melancholie” (oder Über-Ernsthaftigkeit?), gegenüber der lebhafteren, luftigeren französischen Malerei des gleichen Stils, z.B. durch eine insgesamt dunklere Farbpalette ausdrückt. Es sind wirklich ein paar sehr schöne Arbeiten darunter! Auch immer wieder ein Genuß, die “echten” Bilder zu erfahren und keine toten Reproduktionen im Internet, auf Kalendern oder sonstwo. Unbezahlbar, die Intensität und Leuchtkraft der Farben auf einer rissigen Leinwand zu erleben, den millimeterdicken Auftrag von Farbe an bestimmten Punkten, die dann beim zurücktreten, fast reliefartige, räumliche Effekte ergeben…Toll!
Ansonsten bin ich seit 4-6 Wochen mit einer Dauererkältung geschlagen, mit allem drum und dran. Höchstwahrscheinlich ist das Wetter nicht ganz unschuldig daran. Ich bin nämlich wirklich JEDESMAL nass geworden, wenn ich mit dem Fahrrad unterwegs war. Einige Male so richtig bis auf die sprichwörtlichen Knochen – und auch gestern abend schon wieder, auf dem Heimweg! Sehr unschön! Kann mich nicht daran erinnern, dass es letztes Jahr um diese Zeit auch dermaßen nass war…!
Auf dem Bielefelder Weihnachtsmarkt war ich auch schon. Naja…insgesamt eher trist und einfallslos (so wie ganz Bielefeld im Moment?). Man muss sich durch die Glühweinkonsumenten kämpfen, manchmal auch mit Händen und Füßen. Und dann wird man auch noch mit einem blöden Spruch bestraft, wenn man ganz höflich fragt, ob man da eben mal durch könne…! Blödes Pack! Einzige Highlights: der Stand mit den leckeren Nackensteaks am Leineweber und wenn die Posaunenchöre loslegen und ihr Weinhachtsrepertoire zum Besten geben. Da kommt dann auch tatsächlich mal sowas wie festliche Stimmung auf. Allerdings macht das bei Dauerregen auch nicht unbedingt Spaß, vor allem nicht für die Musiker, denen buchstäblich die Notenblätter wegschwimmen.
Was war sonst noch? Habe in den letzten Wochen, mal wieder unter extremen Zeitdruck, ein Hörspiel produziert und Musik für einen Imagefilm gemacht. Weiter geht es jetzt, erst mit Musik für einen Kurzfilm und dann mit einer weiteren Hörspielbearbeitung, auf die ich mich sehr freue, die allerdings auch extrem anspruchsvoll sein wird. Eine echte Herausforderung! Mehr dazu, wenn die Zeit reif ist. Aber ein Tipp: es hat abolut GAR NICHTS mit Vampiren zu tun, und das ist auch gut so!
In einer der letzten ULTIMO Ausgaben wurde in einem Artikel, über einen neueröffneten Laden in der Bielefelder Innenstadt, der sich ganz auf Hörbücher und Hörspiele spezialisiert hat, auch mein Name erwähnt. Ich bin jetzt zu faul, das Teil herauszusuchen und genau zu zitieren. Aber sinngemäß ging es in dem speziellen Absatz um Kundenwünsche, und dass manche Kunden z.B. explizit nach Hörbüchern fragen würden, wo der Bielefelder Komponist Marcel Schweder (also icke), die Zwischenmusiken geschrieben hätte! Huch…das finde ich doch sehr kurios! Sollte es tatsächlich Leute geben, die auf die Musik in Hörbüchern achten und noch kurioser, die danach fragen und dann ganz absurd kurios: explizit nach meinen Produktionen? Vermutlich sollte man sich als Komponist da eher freuen, wenn man erfährt, dass man “gesammelt” wird, aber ich finde das irgendwie… surreal! Der besagte Laden: Ohrenschmöker
Die grosse Filmwelt lässt mich im Moment eher kalt. Die Marketingabteilung(en) von FOX schmeisst inzwischen mit so viel AVATAR Zeugs um sich, dass es nur noch nervt: Dutzende Featuretten, Spots, HD Bilder, Reklame, Merchandising…überall nur noch AVATAR! Absoluter Overkill!
Meine Erwartungen an den Film sind nun auch in ein absolutes Tief gerutscht. Auch die Soundtrack Clips, die man mittlerweile anhören kann, tragen da zu keiner Verbesserung bei. In einem Interview hat James Horner (der Komponist) gesagt, er hätte 1 Jahr Zeit gehabt für die Filmmusik!?? Da denkt man doch, das müsste man auch hören, in Form von neuen Wegen oder einizigartiger Detailfülle. Aber das was man hören kann ist … uninspiriert und generisch! Mehr Zeit für ein Projekt zu haben, das wünscht sich jeder Kreative, aber manchmal ist eben eine zu lange Zeit auch nicht hilfreich, ganz im Gegenteil.
Im Kino strömen die Massen (man kann übrigens wirklich sagen, dass die Kinobranche Krisengewinnler ist) in unsägliche Vampir-Tennager-Schmonzetten, und seit letztem Wochenende auch in unsägliche pseudolustige- nicht mehr Teenager-Schmonzetten-Fortsetzungen aus deutscher Fertigung!
Ich werde auf ZOMBIELAND warten, denn auf den freue ich mich wirklich! Naja, die Geschmäcker sind eben verschieden. Ist ja auch gut so!
Die Heizung in meinem Arbeitszimmer (der einzige Raum den ich unter der Woche benutze und der beheizt wird) ist zwar heiß, aber irgendwie ist der Raum trotzdem kalt. Oder ich friere nur, wegen der verf*** Erkältung! ich mache mir jetzt nen schönen Kaffee und pfeife mir ein paar Schokoplätzchen rein. Dann gehts mir bestimmt besser…ach nee, so viele unnötige Kalorien… und Sport müsste ich auch mal wieder machen…AAAAAHHHHHH!!!
Holy…! Vor wenigen Wochen habe ich mir erst die DVD billig geschossen. Tatsächlich gehört dieser Film zu meiner Kindheit wie…naja, viele andere Dinge aus der Zeit. Ich habe, glaube ich zumindestens, immer noch das dazu gehörige Hörspiel auf Vinyl Platte irgendwo rumstehen. Das war damals in Mode: man nahm die Original Tonspur einfach aus dem Film und setzte einen mehr oder weniger unpassenden Erzähler dazu und schwupps, fertig war das Film- Hörspiel. Das “Schwarze Loch” Hörspiel habe ich rauf und runter gehört, noch bevor ich überhaupt den Film dazu gesehen habe. Und am meisten begeistert war ich von der Musik, die im Hintergrund lief. Andere Blagen haben damals die ??? gehört, ich aber eigentlich nur diese Film-Hörspiele – von denen es eine ganze Reihe gab – und natürlich die “Grusel” Hörspiele von Europa, die mit den neonfarbenen Covern. Später habe ich dann selber Hörspiele produziert. Tjaha…mit einem Billig Mikro und einem Kassettendeck (wir hatten ja nix!). Entweder habe ich die Sachen alleine eingesprochen (in verschiedenen Rollen wohlgemerkt, mit verstellter Stimme und so…tihi), oder ich habe meine Klassenkameraden dazugeholt und wir haben richtige Aufnahme- Sessions gemacht. Ganze Nachmittage und Wochenenden haben wir damit zugebracht. Und danach abends Risiko gespielt, mit (Billig) Cola und Chips…! Ja, das war noch vor “PC” (C64, C+4 …) und Videorekorder (beides nur für Kinder reicher Eltern!).
Unsere Hörspiel- Stories haben wir selber geschrieben, meistens waren das aber unsere Fortsetzungen von bekannten Sci-Fi Serien wie “Kampfstern Galactica” und so Kram. Leider sind alle unsere Versuche irgendwie verschollen, wahrscheinlich auch besser, hehe!
Hat also wohl seinen Grund, dass ich immer noch, oder inzwischen wieder, mit Hörspielen zu tun habe!
Aber wie bin ich jetzt darauf gekommen…zurück zum Film!!!
Abgesehen von zwei Dingen, wenn überhaupt, dürfte die erste Disney-PG Filmproduktion, aus dem Jahre 1979/80 und Disneys Antwort auf Star Wars, den meisten nicht mehr so richtig im Gedächtnis sein: 1. : Sehr schlechte Pennälerwitze, die mit Frauengenitalien zu tun haben. (Also zu meiner Zeit auf dem Schulhof ging das um, heute “hartzen” die Jugendlichen ja eher, oder sagen “bam” statt “cool”….tsts) 2.: Der fiese rote Roboter: “Maximilian!”. Darüber hinaus hat der Film aber auch, für die damalige Zeit, feine Spezialeffekte und eine grandiose Filmmusik von John Barry. Außerdem liefert Maximilian Schell, als verrückter Wissenschaftler, eine seiner absoluten (Over the) Top Leistungen (gehaucht und mit rollendem “r”): “Hinein, hindurch und darüber hinaus…!” Hmh, passt auch igendwie zu Punkt 1…MUAHAHA…, äh naja.
Jetzt muss ich mir die DVD doch auch endlich noch mal anschauen…!
Ach ja, das Remake soll übrigens von den Jungs gemacht werden, die auch für den neuen TRON Film verantwortlich sind! Ja, das passt irgendwie…!
Mehhhh…ich muss arbeiten! Nicht nur hier, wegen Deadline, sondern auch noch dazu im Kino. Eigentlich versuche ich Sonntags als so eine Art freien Tag für mich zu etablieren, an dem ich auch versuche dem Rechner fernzubleiben, um irgendwas “anderes”, Nicht-Digitales, sprich etwas sinvolleres, zu machen! Aber leider klappt das mit dem freien Sonntag im Moment nicht so richtig. Deswegen stelle ich nur schnell mal drei Sachen hier ein, die mir trotzdem den Tag schon etwas versüßt haben. Hoffe ihr habt ein wenig Spaß damit – auch wenn es gerade schon wieder regnet – und wünsche Euch einen schönen Rest-Sonntag! Und ja, eine Runde Mitleid für mich fände ich schon gut!
Ghostbusters Themesong – Ein Guy, 14 Stimmen!
Google Search, immer hilfreich!
Ah, die besten “Film-Motivations-Ansprachen”…das kann ich heute gut gebrauchen und noch viel mehr in den nächsten Tagen:
Das ist der Name des Blogs, den mein Freund und Kupferstecher Dane Rahlmeyer angelegt hat. Der junge Mann ist Autor u.a. von tollen Hörspielen und Romanen. Mit ihm zusammen habe ich schon etliche Hörspiele gestemmt und viele werden noch folgen! Schaut doch mal vorbei! —>Klick
…liegen hinter mir. Eine Achterbahn der Gefühle, und jetzt gerade bin ich emotional unglaublich erschöpft! Eine kleine Chronologie:
Letzten Donnerstag begab ich mich mit Bahn und Rad nach Herford, um endlich an einer Probe des „Rosenklanges“ teilnehmen zu dürfen. Dazu musste ich ins Studio des Orchesters. Das Wetter war ähnlich wie heute, schwülwarm und extrem schweißtreibend, vor allem, wenn man sich in Herford auch noch mit dem Rad verfranst und erst um Punkt 15 Uhr, also genau zum Probenanfang, im Gebäude eintrifft. Also, komplett derangiert und schweißnass, wurde ich dann kurzerhand durch die Gänge des Gebäudes geführt und in den Probesaal gelassen. Die Probe hatte bereits begonnen und ich setzte mich ganz schnell, bemüht still, in eine Ecke. Leider war es in dem Saal noch wärmer als draußen, was der Sache nicht hilfreich war. Ich wartete also ein paar Minuten um mich zu „beruhigen“. Gottseidank saß ich „oben“, also hinter den Schlagwerkern, und nicht vorne, in Front und Sicht des gesamten Orchesters. Ich hätte ein erbärmliches Bild abgegeben. Kaum war ich einigermaßen bei mir, da erklangen schon die ersten Takte meiner Komposition und unglaublich schnell war das Stück auch schon wieder vorbei. Nun war dies leider schon die Generalprobe (man hatte mir nur diese eine Gelegenheit zum Beisein mitgeteilt) und eine Einflussnahme, gar Anmerkungen oder kleine Korrekturen meinerseits, waren zu diesem Zeitpunkt bereits unmöglich, denn eine Generalprobe ist ja im Prinzip schon ein kompletter Durchlauf des gesamten Konzertes, ohne hier noch größere Änderungen vorzunehmen. Ich hätte meinerseits noch das eine oder andere an der Interpretation anzumerken gehabt. Aber, wie gesagt, die Chance dafür hatte ich leider nicht bekommen. Ist nun mal so, als „Schöpfer“ hat man wohl immer etwas auszusetzen. Ich habe mir auf jeden Fall vorgenommen, in Zukunft schlichtweg darauf zu bestehen, bei den ersten Probe(n) bereits anwesend sein zu dürfen, um an nötigen Stellen vielleicht schnell mal was anzumerken, oder dem Dirigenten Gelegenheit zu geben, interpretatorische Fragen zu erörtern.
Ich blieb dann noch sitzen und wartete bis zur Pause, um die Probe nicht zu stören. Dann machte ich mich auf den Heimweg.
Anmerkung: was machen Orchestermusiker, wenn sie gerade nicht dran sind? Sie lesen Bücher oder Zeitschriften (Blechbläser) oder scherzen leise miteinander (Gr. Trommel und Becken), natürlich leise! Diese amüsanten Beobachtungen haben mir geholfen, mich in der Situation etwas zu entspannen.
Ich wusste auf dem Heimweg, und eigentlich den Rest des Tages nicht, was ich fühlen sollte! Befriedigung oder doch eher Ernüchterung? Kennt Ihr das, wenn sich die Gedanken immer, und immer wieder, im Kreis drehen, und man eigentlich genau weiß, dass es Zeitverschwendung ist, und den verdammten Schädel dennoch nicht frei bekommt?
Ich habe dann mit mir selbst meinen Frieden geschlossen, mit der Erkenntnis, dass sich das Stück zu diesem Zeitpunkt ja eh selbständig gemacht hatte. Und ob es bestehen oder untergehen würde, es lag eh nicht mehr in meiner Macht, daran noch irgendwas ändern zu können. Mit diesem Gedanken fand ich dann erst einmal meinen Frieden.
Der Freitag dann war im Großen und Ganzen, bis auf die (üblichen) Verspätungen bei der Anreise mit der Deutschen Bahn, sehr schön. Der Platz vor dem Mindener Dom war komplett voll mit Menschen; viele waren schon in typischer „Last Night of the Proms“ Manier ausgerüstet, also mit Fähnchen, Flaggen, komischen Hüten oder anderen für den Anlass spezifischen Kleidungsstücken ausgerüstet. Ich war sehr gespannt, ob die sturen Ostwestfalen, im zweiten Programmteil (dem „Mitmachteil“), aus sich herausgehen würden, um die traditionellen englischen „Last Night“ Hymnen mitzuschmettern. Das Wetter war angenehm, wenn auch manchmal ein kalter Wind durch die Reihen zog. Der „Rosenklang“ war, wie in der Generalprobe, bereits eines der ersten Stücke, die gegeben wurden. Auch nicht ganz so glücklich, denn das Publikum und auch die Musiker waren noch nicht wirklich warm. Ich hätte mir gewünscht kurz vor, oder nach der Pause „dranzukommen“. Da wäre die Stimmung sicherlich noch besser gewesen. Aber sei es drum, im Anschluss an zwei Beethoven Stücke gespielt zu werden ist schließlich auch was.
Als dann wieder die ersten leisen Takte des Rosenklanges anfingen (Pianissimo Streicher mit Dämpfer), stellte sich bei mir prompt das, für mich bis dahin tatsächlich unbekannte, Phänomen des starken Herzklopfens ein! Ich dachte wirklich für einen Moment, dass alle auf dem Platz meinen Herzschlag hören müssten! Wow, wieder eine neue Erfahrung. Das Stück selber wurde genauso gespielt wie am Tag zuvor bei der Probe. Routiniert und hie und da mit deutlichen Intonationsproblemen. Aber hey, es wurde wirklich gespielt, vor einigen tausend Zuschauern! Irrsinnig schnell war es schon wieder vorbei! Und irgendwie habe ich es geschafft, nicht mitzukriegen, dass sich der Dirigent, nach dem „Finale Maestoso“ und beim aufkommenden Applaus, zum Publikum umdrehte, suchend in die Reihen schaute und leicht die Hände hob, wie eine Aufforderung. Ich habe nicht kapiert was er wollte, bis mein Vater neben mir, mich anschubste und sagte: „Steh auf! Er will, dass du aufstehst“ Dann hat es noch mal eine Sekunde gedauert, bis das bei mir oben angekommen war und ich endlich, etwas ungeschickt, von meinem Platz aufstand. Ich vollführte linkische, weil nie eingeprobte, Dankesbezeugungen hin zum Dirigenten und dem Orchester, drehte mich dann zu der Menge um und machte das gleiche noch mal, denn der Applaus war wirklich stärker geworden, als ich endlich aufgestanden war. In diesem Moment war ich wirklich dankbar. Es gab keine Buhrufe und ich dachte: „Hmh, vielleicht hat es ihnen wirklich gefallen? Kann das denn sein???“ Bevor der Applaus müder werden konnte, setzte ich mich schnell wieder hin. Ich wollte ja niemanden nerven oder das Programm aufhalten. Der Dirigent (Charles Olivieri-Munroe, Kanadier, geboren auf Malta und arbeitet überwiegend in Tschechien) drehte sich plötzlich nochmals um und sagte, in seinem gebrochenen Denglisch: „Wow, das war mehr Applaus als für Beethoven!“ Nochmal Applaus… Nice!
Dann ging es weiter mit dem nächsten Stück.
Und, um es ab hier kurz zu machen, der zweite Teil des Programmes war göttlich! Die Menge machte tatsächlich heftig mit! Fähnchen wurden geschwenkt, es wurde gerasselt, und die Melodien wurden mitgepfiffen und mitgesungen. Eine unglaublich gelöste Stimmung, und das in OWL! Das Orchester drehte nun ebenfalls völlig auf, wie entfesselt. Alle Beteiligten hatten einen Riesenspaß! Der Gesangsolist des Abends, Andreas Hörl, der z.B. auch kräftig das „Rule Brittania“ mitschmetterte, hat eine gewaltige, wohlklingende Bassstimme. Toll, das ging einem durch und durch. Vor allem die Blechbläser (oft ein Schwachpunkt in Orchestern) und die Perkussionisten (die offensichtlich dankbar waren, dass sie endlich mal auftrumpfen konnten) waren wirklich, wirklich gut! Und der bereits erwähnte Dirigent war, neben seinem überzeugenden Dirigat, so locker und lustig drauf, als würde er nebenberuflich als Entertainer arbeiten.
Update: Ein YouTube Video vom zweiten Programmteil, das die Stimmung dort gut einfängt:
Ich glaube, ich muss nicht extra erwähnen, dass meine Eltern an dem Abend wohl die stolzesten Eltern waren, die man sich vorstellen kann. Zum Abschluss des Abends machten wir jedenfalls noch einen ausgiebigen Zug um die Häuser, hehe! Tatsächlich trafen wir unterwegs noch die Schlagwerker des Orchesters, die gerade auf dem Weg zu ihrem Auto waren. Ich weiß nicht, ob sie mich erkannt haben, sie waren auf jeden Fall ziemlich überrascht, als ich ihnen von hinten auf die Schulter klopfte, um ihnen meinen Dank auszusprechen. Sie grinsten und bedankten sich. Vielleicht haben die das auch noch nicht so oft erlebt, so gigglende Fanboys!
Am Samstag, schön bei meinen Eltern im Garten sitzend, habe ich meine Partitur ausgepackt und sofort die ersten Änderungen vorgenommen. Ich habe mir viele Notizen gemacht, wie man dieses oder jenes, basierend auf den Erfahrungen der letzten beiden Tage, verbessern könnte. Habe direkt in den Noten herumgekritzelt, geändert, verworfen und wieder geändert. Ich denke, sollte es nochmals irgendwann zu einer Aufführung kommen, so würde ein besseres Stück erklingen.
Abends kam dann das Kontrastprogramm. Nachdem wir von einer Familienfeier wieder zu Hause waren, beschlossen wir in eine Musik DVD reinzuschauen, die ich meiner Mutter, kurz zuvor, zum Geburtstag geschenkt hatte. Progressive Metal: Dream Theater – Octavarium! Hui, Donnerwetter…die Jungs sind richtig gut!!! Was die da abliefern, ist im Prinzip schon (fast) symphonisch zu nennen. Auf jeden Fall wäre es klasse Filmmusik; mit dem Sound einer Metalband plus dichtem Harmoniegefüge, für die vor allem der Keyboarder mit seinem orchestralen Sound verantwortlich ist. Die Melodien sind eingängig, aber nicht auf eine plumpe Art, sondern, durch Verwendung von modalen Elementen, abwechslungsreich und absolut „bezaubernd“. Ich glaube ich bin ein Fan geworden!
Danach haben wir nochmal, zum Vergleich (mein Vater ist ja Rockmusiker), in die Metallica S&M reingehört und anschließend auch noch das „Concerto” (von 1969) von Deep Purple gehört. Ein super Abend!
Am Sonntag war der erste Tag seit langem, an dem ich mich „gut“ gefühlt habe. So ganz bei mir, irgendwie. Den Kopf mal nicht voll, mit nervigen oder stressigen Dingen, sondern ganz ruhig. Ich habe mich in den Garten gesetzt, und sehr lange und ganz ausgiebig mein Fahrrad geputzt. Ich habe dabei an nichts konkretes gedacht, keine Pläne gemacht. Ich war einfach nur „da“. Anschließend habe ich noch eine kleine Radtour gemacht, nachdem mich meine Mama mit Pflaumenkuchen verwöhnt hatte (hmh…). Ich bin die alten Strecken meiner Kindheit und Jugend abgefahren, ohne, dass ich das bewusst vorgehabt hätte. Zwischendurch, auf freiem Feld, bin ich dann mal stehen geblieben und habe die vorbeiziehenden Wolken betrachtet. Da war ich irgendwie angekommen. Ich weiß zwar nicht genau wo, aber es war gut. Friedlich.
Abends dann erneutes Kontrastprogramm. Erst habe ich, wieder mit meinen Eltern zusammen, auf Arte die 4. von Mahler geschaut (mein Vater: Och der ist ja gar nicht so „schwer!“). Und dann haben wir noch die neueste Dream Theater CD (auch ein Geschenk) gehört, um den Eindruck des vorherigen Abends zu bestätigen.
So, eigentlich müsste ich jetzt hier aufhören. Denn, ihr ahnt es schon, besser wird es nicht. Im Gegenteil.
Als ich am Montag aufstand, da erwartete mich eine eher gedrückte Stimmung in der Küche. Ich wusste natürlich sofort was los war: Die Kritik vom Freitag in der Tageszeitung!
Als ich den (einschlägig bekannten) Namen des Kritikers las, wusste ich schon, dass es keine gute Kritik werden würde. Bevor ich den ganzen Artikel las, nahm ich mir vor, mich nicht aufzuregen und einfach lächelnd darüber hinwegzuschauen. Was man mit Musikkritikern eben machen solle: sie ignorieren! Denn ebenso wie so manches Vorurteil über Musiker (nicht auf alle) der Wahrheit entspricht, so trifft ebensolches auf viele (nicht alle) selbsternannten Bewahrer des „Guten und Schönen“ eben auch zu! Die Kritik, in Ironie und Sarkasmus ertrinkend, rechnete mit dem Abend als reines Marketingevent ab. Sinngemäß: leichte Klassik fürs (dumme?)Volk, wo man ungestraft mitgrölen darf. Mein Stück wurde folgendermaßen, im Bezug auf „moderne Musik“, kritisiert: „Das Werk [...] allerdings ist brav wie ein Schoßhündchen und der Applaus sparsam.“
Ja, was soll man dazu sagen? Hätte sich der Kritiker im Vorfeld mal schlau gemacht, dann hätte er ja überall nachlesen können, dass es eben nicht meine Absicht war, ein Werk voller „moderner“ Dissonanzen und Ohrenbluteneffekt zu machen, sondern eine moderate Auseinandersetzung zwischen musikalischer Tradition und dem Gedenken an ein geschichtliches Ereignis. Und das mit dem sparsamen Applaus…siehe oben! Irgendwie haben das ein paar tausend Menschen und sogar der Dirigent anders wahrgenommen als er selbst. Komisch, und unfair!
Nun ja, wie gesagt, wollte ich mir durch diese Kritik nicht den Tag verderben lassen. Meine Eltern hingegen waren förmlich aufgebracht, ist ja klar. Ich habe versucht, das Ganze gelassen hinzunehmen. Aber wie das so ist, ein kleiner Wurm fängt an sich durch dein Inneres zu fressen, und mit jedem Happen wird er grösser und grösser! Bis zum Montagabend war dann meine ganze gute Laune der Vortage dahin. Ich habe mich bemüht, mir nichts anmerken zu lassen; habe mich von meinen Eltern verabschiedet, bin zur Bahn und dann in den Zug nach Bielefeld eingestiegen. Blöderweise endete der Zug dann in Herford, denn in Bielefeld brannte ein ICE! Nichts ging mehr! Mit dem Schienenersatzverkehr, durch eilig gerufene Busse (hat “nur” ne halbe Stunde gedauert), war ich dann irgendwann in Bielefeld und spät abends zu Hause. Dort angekommen, schnell die emails gecheckt (seit FR zuvor das erste Mal) und siehe da, eine schlechte Nachricht nach der anderen “poppte” auf…! Mmpfff!
Tja, danke liebes Universum, dass Du immer nach Ausgleich strebst!
NACHTRAG (Fr. 4.Sept.): Es gab harsche Kritik an dem Musikkritiker, sowohl von Leserbriefen in der lokalen Zeitung, wie wohl auch von anderer Seite. Bei meinen Eltern haben tatsächlich Leute angerufen (!), und sich einerseits über den Kritiker ausgelassen (hehe) und andererseits nochmals ausdrücklich mein Stück gelobt! Hui…das tut verdammt gut!
John Hughes Tod (Herzinfarkt mit 59) hat wohl nur wirklich Bedeutung für die Leute, die in den Achtzigern aufgewachsen sind. Und das Ausmaß der Welle, die dieses traurige Ereignis hervorgerufen hat, ist doch etwas überraschend für mich. Aber um so schöner, dass das Werk des Mannes so gewürdigt wird.
Und da es dazu schon so viele Beiträge überall im Netz gibt, werde ich einfach schweigen.
So, der “Mindener Rosenklang” hatte seinen Moment. Blöd nur, dass ich selber nicht dabei war!
An den Tagen, an denen ich lt. vorhergehender Infos, dachte er würde gespielt, da wurde er nicht gespielt. An dem einzigen Tag, wo ich nicht dabei war, da wurde er dann gespielt!!!
Tja, was will mir das Universum damit wieder sagen?
Gespielt wurde das Stück im Rahmen eines Festgottesdienstes am Sonntagmorgen, in einer der altehrwürdigen Mindener Kirchen. Und ich war nicht da, weil ich es nicht besser wusste!
Nun ja, wie man mir heute zumindestens fernmündlich berichtete, war die Wirkung des Stückes wohl “fantastisch” und es kam sehr gut an. Gespielt wurde es von diesen Herren (und einer Dame), allesamt Mitglieder der “Minden Band of the Queen’s Division”.
Foto: Minden Marketing. Klick auf Bild für weitere Fotos.
Was sonst noch alles in Minden an Festaktivitäten rund um den 250. Gedenktag der “Schlacht bei Minden” stattfand, kann man sich hier und hier in Bild und Ton anschauen.
Unter anderem gab es eine Nachstellung von “kleineren Szenen” der Schlacht. Durchgeführt von 350 Reenactment-Darstellern in historisch korrekten Uniformen der damaligen Zeit. Total heftig, was für einen Sound (wie ein kleines Erdbeben, geht erst durch den Boden und dann durch Mark und Bein) schon eine Kanone macht. Wie sich das dann bei 160 donnernden Geschützen angefühlt haben mag…!
Wie ich erfahren habe, kostet so eine Uniform übrigens um die 3000,- €uro !
Foto: Minden Marketing. Klick auf Bild für weitere Fotos.
Vielleicht findet sich ja irgendwann auch noch eine Aufzeichnung des live gespielten “Rosenklanges”. Wenn ja, dann stelle ich das hier noch rein.
Am 21.7. 2004 verstarb einer der wirklich ganz, ganz, ganz “Grossen” der Filmmusik.
Obwohl schon lange über seine Erkrankung gemunkelt wurde, war es dennoch ein großer Schock für mich, als die Nachricht seines Todes kam.
Ich kann dem Greekgeek gar nicht genug danken, dass er mir Anfang der neunziger Jahre erst klargemacht hat, was für ein Genie Jerry Goldsmith war, in dem er mir die vielen, vielen Perlen von Goldsmiths Musik vorgestellt hat, die ich zu der Zeit noch gar nicht kannte oder schlichtweg übersehen hatte.
Und alle von Euch, die jetzt denken mögen: “Jerry…wer? Von dem hab ich noch nie was gehört!” Seid versichert, Ihr habt etwas von ihm gehört und zwar weit häufiger, als Ihr Euch das wahrscheinlich vorstellen könnt!!!
Unten gibt es noch ein paar Links, aber an dieser Stelle schließe ich mit einem Textzitat von Jonas Uchtmann:
“Die BBC hat Ende der 90er Jahre anlässlich von Goldsmiths 70. Geburtstag in Erfahrung gebracht, dass keine Sekunde vergeht, an der nicht irgendwo auf der Welt – sei es im Kino oder dem Fernsehen – die Musik Jerry Goldsmiths zu hören ist. Diese Erkenntnis hat der Komponist als gut für sein Ego bezeichnet; zu Kopfe gestiegen ist sie ihm jedoch nicht. Ebenso wenig die Tatsache, dass er in seiner länger als fünf Jahrzehnte währenden Karriere zu mehr als 210 Kinofilmen, größeren TV-Projekten und unzähligen weiteren TV- und Radio-Produktionen nahezu tausend Stunden oft großartiger Musik geschrieben hat. Lange Zeit legte Goldsmith dabei eine stilistische Vielfalt und Eigenständigkeit an den Tag, wie sie keiner seiner Kollegen je bewiesen hat. Goldsmiths kreative Höhen erreichen (wie übrigens auch seine Tiefen!) größere Dimensionen als die anderer berühmter Filmkomponisten aus Vergangenheit und Gegenwart. Jeder der weit mehr als 1500 verschiedenen Tonträger, der in den vergangenen 40 Jahren die Musik des Komponisten enthalten hat, ist dafür klingender Beleg. Mit dem Tode Jerry Goldsmiths hat Hollywood einen essenziellen Teil seiner musikalischen Eloquenz verloren.”
…ja, ich weiß, Ihr könnt es nicht mehr hören und dennoch…!
Während hier die Leute (im Hochsommermonat JULI!) mit aufgespannten Regenschirmen und missmutigen Gesichtern unter meinem Fenster entlangmarschieren, präsentieren mir alle meine Lieblingsseiten im WWW jeweils mehr oder umfangreiches zum Thema Mondlandung.
Also werde ich auch ein paar Sachen beisteuern, aber eben von meiner persönlichen Warte aus.
Hingegen allen Gerüchten gab es mich 1969 noch nicht! Aber schon einige Jahre später bin ich als Kind mit dem Weltraumvirus infiziert worden. Das war neben Geschichte (siehe dieser Beitrag) mein großes Thema. Ich denke, das kommt vor allem deswegen, weil mir mein Dad immer die abenteuerlichsten Geschichten „vorgeschwindelt“ hat. Er warf seine Kenntnisse aus Film und Geschichte zusammen und entwarf ganz neue Welten, die er mir dann zum Besten gab. So wurde aus dem großen freien Ackerfeld neben unserem Mietshaus (übrigens inzwischen komplett überbaut), auf einmal der historische Schauplatz von Burgbelagerungen und die breiten Entwässerungsgräben entlang der Straße waren nicht mehr und nicht weniger als die Überbleibsel der alten Burggräben. Aber ich schweife (mal wieder) ab…
Also, mein Dad erzählte mir als Kind, mehrmals von der Nacht, als er 1969 live vor einem Schwarz-weiß Fernseher sitzend, die Übertragung der Mondlandung mitverfolgte und was für ein eindrückliches Erlebnis das für ihn und alle Anwesenden war. Nun war der Mond für mich aber schlichtweg zu nah! Jawoll ja, ich wollte gleich gaaaanz weit raus und erträumte mir den Ritt durchs ganze Universum, dorthin wo noch nie ein Mensch… (ihr kennt den Rest!).
Im Laufe der Jahre gab es zwei sehr eindrückliche Momente, die mir sehr in Erinnerung geblieben sind. Die erste Begebenheit war diese:
Ich durfte einmal in den Schulferien mit Bekannten an die Ostsee fahren, die hatten auf Fehmarn einen Wohnwagen stehen, auf einem Campingplatz direkt am Meer.
Man muss dazu sagen, dass wir nie die finanziellen Mittel hatten, uns einen „großen“ Urlaub leisten zu können. So war ich also nicht gerade verwöhnt was das anging.
So waren meine Eltern wohl froh, dass der Junior wenigstens auf diesem Wege irgendwo anders hinkam. Wie dem auch sei, wir kamen durch irgendwelche Umstände, die mir entfallen sind, mitten in der Nacht dort an. Es war sehr dunkel auf diesem Campingplatz und, bis auf das Meeresrauschen, ganz still. Auf der Suche nach dem Wohnwagen irrten wir also auf dem dunklen Campingplatz umher. Ganz zufällig schaute ich irgendwann zum Himmel rauf und…ich war wie erstarrt! Ehrlich, ich kann es nicht genügend beschreiben: es war einfach gewaltig, ehrfuchtgebietend und unglaublich schön.
Ich sah den riesigsten und gewaltigsten Sternenhimmel, inklusive Milchstraßenband, den ich vor- oder nachher je wieder gesehen habe!
Der zweite „Stargazer“ Moment bzw. Momente waren:
Mein Geburtsort ist eine Kleinstadt. Und wir haben nicht direkt in der Innenstadt gewohnt, sondern etwas außerhalb. Als Jugendlicher, habe ich eine Zeitlang mein Taschengeld aufgebessert, indem ich Zeitschriften ausgetragen habe (Zielgruppe: ältere Damen), wie die berühmte „Frau im Sessel“ und solches Kaliber. Nun war mein Zustellbezirk sehr auseinandergezogen, da eher ländlich. Und so bin ich also 1-2 wöchentlich spätabends mit meinem Fahrrad über die Feldstrassen gefahren. Und ihr könnt Euch vorstellen, dass da teilweise nicht viel Licht war. Und um so dunkler es in der Umgebung war, desto klarer strahlte der Sternenhimmel über mir. Ich bin des öfteren mitten auf freier Strecke stehen geblieben, nur um minutenlang in den Himmel zu starren. Und auch wenn dieser Sternenhimmel mit dem Fehmarn-Himmel in keinster Weise konkurrieren konnte, so waren das doch irgendwie „magische“ Momente. Als junger Mensch, mitten in der Pubertäts-Sinnkrise (Wer bin ich und wohin gehe ich?), habe ich mich gefragt, was es da draußen wohl alles zu entdecken gibt.
Ich hatte auch immer meinen Walkman dabei und natürlich hatte ich mir vorher, in mühsamer Arbeit, Mix-Kassetten aus meinen Lieblings-Soundtrack Schallplatten (!) gebastelt. Die liefen dann rauf und runter, während ich des Nächtens unterwegs war. So hatte ich also immer den passenden Soundtrack im Ohr, wenn ich so in die Sterne geschaut habe. Und dieser Soundtrack…
.. lief dann auch. Den Film dazu habe ich erst viel später gesehen und der ist recht doof. Aber die Musik (ratet mal von wem!) verursacht mir immer noch Gänsehaut; verbinde ich sie doch immer mit diesen magischen „stargazing“ Momenten. Interessant, dass der Film auch genauso anfängt (bei Minute 3 könnt ihr abschalten):
Die Musik läuft natürlich auch gerade jetzt, wo ich das hier schreibe und ich muss ehrlich zugeben, dass ich wohl etwas ins Auge bekommen haben muss einen Kloß im Hals habe!
…steht auf dem grünen Deckblatt des Din4 grossen Heftes, das mir gestern morgen beim “alte Kisten-Durchschauen” in die Hände fiel. Obwohl ich dieses Heft seit einigen Jahren nicht mehr bewusst wahrgenommen habe, es wanderte einfach im Stapel mit anderen Lebens-Memorabilia von Kiste zu Kiste, weiss ich doch sofort was es damit auf sich hat. Erst muss ich schmunzeln und dann werde ich nachdenklich.
Es ist der Sonderdruck des 1. Heftes des 62. Bandes der “Praehistorischen Zeitschrift”, erschienen 1987. Und der Inhalt ist eine 77 Seiten starke, archäologisch-wissenschaftliche Abhandlung mit dem Titel: “Zur Nordwestgrenze der Aunjetitzer Kultur”.
Aber das spielt eigentlich keine Rolle. Wichtiger ist die handschriftliche Widmung gleich vorne drin: “…dem hoffnungsvollen Nachwuchs, von Bernd”.
Eine Reihe von Erinnerungen trifft mich. Gute, ja sogar schöne Erinnerungen sind das; die mich aber dann mit einem innerlichen Tropfen Wehmut zurücklassen.
Bernd war bzw. ist Archäologe und ich lernte ihn kennen, als ich, mit jungen 15 Jahren, bei Freunden meiner Eltern zu Besuch in Norddeutschland war. Da ich schon immer ein Faible für Geschichte und für die Geschichten hinter der Geschichte (ihr könnt mir noch folgen?) hatte, heftete ich mich an Bernds Fersen und er wiederum nahm mich bereitwillig unter seine Fittiche. Ich denke er war wohl einfach erfreut, dass er das Interesse eines relativ jungen Menschen für seinen Beruf geweckt hatte. Im Laufe der ca. 2 Wochen fuhren wir täglich in der Gegend herum. Er zeigte mir alte Steingräber, archäologische Ausgrabungsstätten und wir besuchten diverse Museen. Nicht unbedingt das, was ein Teenager so in seinen Ferien machen wollen würde, oder? Denkste! Ich sog alle Informationen die er mir gab in mich auf, wie ein trockener Schwamm. Am Ende der 2 Wochen holten mich meine Eltern ab und ich verkündete stolz meiner Mutter: “Ich werde Archäologe!”.
In der Folgezeit verschlang ich alles was auch nur entfernt mit Archäologie zu tun hatte. Internet gabs noch nicht, ich wanderte also in die für mich erreichbaren Bibliotheken und abonnierte sogar eine Zeitlang eine archäologische Fachzeitschrift. Später machte ich dann ein Schulprakikum im heimatlichen Museum und lernte dort einen “Bodendenkmalpfleger” (eine Art Laien-Archäologe) kennen, der dort arbeitete. Mit dem zog ich dann auf den Äckern der Gegend umher und wir suchten nach kleinen historischen Objekten wie Münzen, Pfeilspitzen etc. , die durch das Umpflügen des Erdbodens manchmal, sozusagen aus dem Dunkel der Geschichte, wieder ans Tageslicht gehoben wurden. Dieser Denkmalpfleger war aber eine ganz andere Art Mensch. Er versuchte, und schaffte es schliesslich auch, meinen Enthusiasmus zu bremsen und mich auf den harten Boden der Tatsachen zurückzuholen.
“Vergiss diesen ganzen Götter-Gräber und Gelehrte Quatsch”, meinte er immer. “Die Arbeit eines Archäologen findet zu 99% in dunklen Archiven statt! Da ist nix mit sensationellen Ausgrabungen an irgendwelchen Königsgräbern.”
Naja, ihr könnt Euch vorstellen, dass das die Motivation eines jungen Grünschnabels wie mich (der sich insgeheim natürlich schon vorgestellt hat, wie es wäre, mit einer Fackel in der Hand und der Peitsche am Gürtel durch ein altes Grab zu stöbern), ganz schön gebremst hat.
Als ich dann dermaßen unsanft die rosarote Brille heruntergeschlagen bekam, da nahm ich tatsächlich erst wirklich wahr, wie wissenschaftlich und ultrapenibelst in der Archäologie tatsächlich gearbeitet wird und wie selten ein (für die Öffentlichkeit) wirklich grosser Fund gemacht wird. Naja, bald darauf war der Traum des Archäologen dann irgendwie nicht mehr soooo spannend für mich und ich widmete mich zunehmend anderen Dingen. Das Träumen darüber war wohl doch mehr Motivation als die ernüchternde (wissenschaftliche) Realität. Trotzdem habe ich eine gewisse Faszination an diesem Beruf nie verloren und ich habe allergrössten Respekt für alle die ihr Leben dieser Sache gewidmet haben.
Nun lese ich wieder die Widmung von Bernd. Er hatte mir das Heft damals extra mit der Post geschickt, ich glaube es war Teil seiner Doktorarbeit, weil wir uns, durch die räumliche Entfernung bedingt, nur vielleicht so zweimal im Jahr begegneten. Irgendwann nach dem Schulpraktikum brach der Kontakt dann ab. Wir haben uns seitdem nicht mehr gesehen oder gesprochen. Ich schätze, irgendwer wird ihm irgendwann gesteckt haben, dass sich mein Interesse an der Archäologie stark eingetrübt hatte. War er wohl enttäuscht, dass ich jetzt doch nicht in seine Fußstapfen getreten bin?
Und ich meinerseits habe mich allerdings auch nicht mehr bei ihm gemeldet. Vielleicht weil ich ein schlechtes Gewissen hatte, nämlich jedesmal dann, wenn ich die Widmung in dem grünen Heft gelesen habe. Das 77 Seiten starke, grüne Din4 Heft, das immer noch da ist und das ich wohl auch nie wegwerfen werde.
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Nachtrag: Dank Google weiss ich jetzt zumindestens, dass Bernd (natürlich Dr.) als Abteilungsleiter des Landesmuseums für Vorgeschichte in Halle (Osten) tätig ist und in dieser Funktion auch etwas mit der berühmten Himmelsscheibe von Nebra zu tun hat.